Beziehungs- dynamiken
In jeder Partnerschaft entstehen Spannungen. Nicht, weil etwas falsch läuft – sondern weil zwei Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Prägungen und Bedürfnissen aufeinandertreffen.
Viele Konflikte wiederholen sich. Nicht, weil ihr nicht zuhört, sondern weil darunter ungelöste innere Bewegungen liegen: alte Verletzungen, unerfüllte Bedürfnisse, unklare Grenzen. In der Gewaltfreien Kommunikation geht es darum, diese Dynamiken wahrzunehmen, ohne sie zu bewerten.
Wir schauen gemeinsam:
- Was passiert in mir, bevor ich reagiere?
- Welche Gefühle werden in mir ausgelöst?
- Welche Bedürfnisse melden sich darunter?
Wenn ihr beginnt, euch selbst besser zu verstehen, verliert der Konflikt an Schärfe – und Begegnung wird wieder möglich.
Elternrolle vs. Paarsein
Eltern zu sein bringt Verantwortung, Struktur und oft wenig Raum für Selbstwahrnehmung. Viele Paare funktionieren im Alltag – und verlieren dabei den Kontakt zu sich selbst und zueinander.
In meiner Arbeit geht es nicht darum, „mehr Zeit als Paar“ zu erzwingen.
Es geht darum, mit sich selbst in Kontakt zu kommen:
- Was brauche ich gerade?
- Wo übergehe ich mich?
- Wo sage ich Ja, obwohl ich Nein meine?
Erst wenn ihr eure eigenen Grenzen spürt und achtet, kann Nähe entstehen, die freiwillig ist – nicht aus Pflichtgefühl.
Paarsein darf wieder aus Wahl entstehen, nicht aus Funktion.
Kommunikation
Viele Konflikte entstehen nicht, weil zu viel gesagt wird – sondern weil zu wenig wirklich gehört wird.
Gespräche drehen sich im Kreis, Vorwürfe stehen im Raum, Rückzug oder Eskalation wechseln sich ab.
Bewusste Kommunikation bedeutet nicht, immer sanft oder ruhig zu sprechen.
Sie bedeutet, die eigene innere Welt ernst zu nehmen – und dafür Verantwortung zu übernehmen.
Statt Vorwürfen entsteht Raum für ehrlichen Selbstausdruck:
- „Ich fühle mich überfordert, weil mir Unterstützung wichtig ist.“
- „Ich merke, dass ich mich zurückziehe, weil ich gerade keinen Raum habe.“
In der Begleitung lernt ihr:
- Gefühle von Bewertungen zu unterscheiden
- Bedürfnisse klar zu benennen, ohne Forderungen zu stellen
- Grenzen auszusprechen, ohne den anderen abzuwerten
So wird Kommunikation wieder zu einem Ort von Echtheit – nicht von Rechtfertigung oder Anpassung.
Eigene Grenzen & gemeinsame Verantwortung
Eine lebendige Beziehung entsteht nicht durch Anpassung.
Sie entsteht dort, wo beide bereit sind, sich selbst zu begegnen – auch in Unklarheit, Überforderung oder Widerstand.
Gemeinsame Verantwortung heißt:
- Ich schaue ehrlich auf meinen Anteil.
- Ich übernehme Verantwortung für meine Gefühle und Bedürfnisse.
- Ich achte meine Grenzen – und respektiere die des anderen.
Nicht um Nähe zu vermeiden, sondern um sie möglich zu machen.
Grenzen trennen nicht – sie schaffen Sicherheit.
In meiner Begleitung entsteht ein Raum, in dem ihr euch selbst reflektieren könnt, ohne bewertet zu werden. Ein Raum, in dem Verbindung nicht erzwungen wird, sondern wachsen darf.